Der liebe Nestbautrieb und die Vorbereitung aufs Wochenbett


Mein Nestbautrieb macht sich inzwischen deutlich bemerkbar. Die Natur hat das ganz gut eingerichtet: in der letzten Phase der Schwangerschaft überkommt einen dieser innere Zwang, die Wohnung herzurichten, damit alles ordentlich und sauber ist. Die Babysachen müssen vorbereitet und gewaschen, Bettchen besorgt und/oder aufgestellt, das aktuell vorherrschende Chaos vernichtet werden. Alles womit das Baby engen Kontakt haben wird, wird so sauber gemacht wie es nur geht. Sehr schlau eingefädelt, denn wer weiß ob man noch dazu kommt wenn das Baby da ist…

Da ist es gut, wenn man diese Zeit auch dafür nutzt, um sich ein Versorgungsnetz zu organisieren. Bei unserer Großen hatten wir z.B. täglich warmes Essen von der Schwiegermama, das mein Mann auf dem Heimweg abgeholt hat. Den Rest hab ich (zumindest soweit ich mich erinnere) recht gut hinbekommen, war aber auch mit einem Hormon-Hoch gesegnet und hatte Waschmaschine und Trockner direkt in der Wohnung, sowie den Luxus einer Spülmaschine (inzwischen ist das glücklicherweise wieder so, ein echter Segen!). Das Angebot von einer Tante, für uns die Wäsche zu machen, hatten wir kaum bis gar nicht eingelöst. Mir ging es sogar so gut, dass ich mich gar nicht richtig stillhalten konnte. Es brauchte immer wieder eine kleine Vorwarnung von meinem Körper, damit ich wieder einen Gang zurück schaltete… Ich bin ja mal gespannt, wie das bei Nummer zwei wird.

Auch wenn es noch eine Weile hin ist bis wir zu viert sind, fange ich daher allmählich mit der Planung für das Wochenbett an. So wäre ein Essens-Abo sicher wieder toll. Auch die Option, die Wäsche bei Bedarf mal abzugeben hört sich für mich gut an. Am wichtigsten wird wohl die Versorgung unserer Großen, vor allem wenn ich mal eine Pause brauche. Aber so wie ich die Verwandtschaft kenne, sollte das kein großes Problem darstellen.

Auf alle Fälle werden zwei Regeln wieder gelten: Am Anfang maximal 1x pro Tag Besuch und wer das Baby besuchen möchte kümmert sich um das Essen. Damit sind wir bei Nummer eins schon sehr gut gefahren und ich kann diese Regelung nur weiterempfehlen.

Aktuell steht das Buch „Das Wochenbett“ von Loretta Stern und Anja Constanze Gaca auf meiner Leseliste und ich bin schon gespannt, was ich noch daraus ziehen kann. Habt ihr dazu noch Tipps für mich,?

Täglich grüßt das Murmeltier


Als Mama lernt man das Putzen und waschen. Vor allem wenn man sich wie wir (also ich und die Kleine) für blw entschieden hat. Blw steht dabei für Baby-led Weaning. Bei uns gibt es als Beikost keinen Brei, sondern gleich normales Essen, nur ohne Salz und Zucker. Wie das dann aussieht wenn es Lasagne gibt und das Mädi, sobald der größte Hunger gestillt ist, liebend gerne alles auf den Boden schmeißt, darf sich jeder selber vorstellen…

Aber auch die Klamotten sind so eine Sache. Wir haben zwar ein Plastiklätzchen mit Ärmel, aber selbst das in Kombination mit darunter hochgeschobenen Bodyärmeln und Geschirrtuch als Schürze hilft nur sehr bedingt gegen Tomatenflecken auf den Klamotten. Da kann ich nur die gute alte Sonnenbleiche loben!

Aber lustig sieht es schon aus, wenn einen da plötzlich ein knallrotes Babygesicht anlächelt. Und wenn sie beim anschließenden Bad bis über beide Ohren strahlt und vor lauter Vergnügen quietscht, freut man sich einfach nur mit ihr. Danach wird das Baby dann ins Bett gebracht und Mama darf das Chaos beseitigen. Jeden Tag wieder. XD
(Bis auf das baden – ganz so ein Geschmiere ist es dann ja doch nicht immer)

10 Wochen


Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Jetzt bin ich schon seit rund 10 Wochen Mama! Gleich vorab: ich habe nicht vor, Bilder von der Kleinen zu posten. Vor allem keine mit Gesicht. Aber ich dachte mir, ich gebe trotzdem einen kleinen Einblick, auch in Tipps und Einmischungen, die ich gut oder schlecht fand.

Wir hatten wirklich Glück mit unserer kleinen Maus. Sie ist eine ganz liebe, ruhige und unser Sonnenscheinchen. Natürlich meldet sie, wenn sie etwas bedrückt (Hunger, volle Windel, Bauchweh, Sehnsucht nach Mama…), aber alles andere wäre ja auch seltsam bis fatal. Sie schläft auch nachts recht gut, ich brauche meist nur 1 – 2 x die Nacht wach werden und die Kleine an meine Brust ziehen. Ja, ich stille – das war für mich von Anfang an klar, genauso wie wir uns gegen Kinderwagen und für Tragetuch entschieden haben. Vor allem ich. Und ich entwickle gerade einen ziemlichen Sammeltrieb, den ich mühsam versuche in Schach zu halten… Unser Mäuschen spielt Gott sei Dank bei beidem mit, wächst und gedeiht ganz prima (es fehlt jetzt schon nicht mehr viel zum verdoppelten Geburtsgewicht!) und liebt das Tragetuch. Da muss jeweils eine gehörige Portion Schlafsand drin sein, denn zu ca 90% schläft sie nach 10 Minuten im Tuch. Nicht dass ich mich darüber beschweren würde ;)

Aber da sind wir auch schon beim Thema Tipps und Einmischungen.

1. beste Tipps

Der beste Tipp von allen kam von unserm Nachbarn: „Hör Dir alles an, nimm nur das an, was für Euch passt, und vergiss den Rest!“, der zweitbeste vom Kinderarzt beider U2: „Ihr seid die Experten wenn es um Euer Kind geht! Vertraut einfach auf Euren Instinkt und denkt am besten gar nicht erst nach.“

Danach richte ich mich auch. Vieles mache ich, weil es sich so für mich richtig anfühlt – egal was andere sagen. Gerade bei Punkten wo sich über die Jahre andere Sichtweisen etabliert haben oder wir eine alternativere Route einschlagen kommen häufig Kommentare oder gutgemeinte Ratschläge. Die höre ich mir an, aber denke mir ehrlich gesagt meist nur meinen Teil. Letztlich muss es nämlich für UNS passen. Bei vielen Sachen habe ich mich außerdem vorher eingelesen und kann somit notfalls auch begründen, wieso ich es so oder so mache. Aber das wichtigste ist mir doch, dass ICH dabei ein gutes Gefühl habe und es unserer Kleinen und uns gut geht.

2. Tragetuch
Es ist schon erstaunlich, wie viele Leute schauen wenn man mit Baby im Tragetuch unterwegs ist. Zumindest hier auf dem Land ist das doch recht ungewöhnlich. Ich wurde auch schon darauf angesprochen, teils weil es den Leuten gefiel, teils aus Neugier, ob das der Kleinen nicht schadet oder sie übermäßig verwöhnt wird. Meine Antwort darauf war: in diesem Alter stehen die Grundbedürfnisse an erster Stelle: Hunger und Durst stillen (an der Brust), das Essen wieder loswerden (und den Popo saubergemacht bekommen) und Schutz von Mama (im Idealfall, sonst gerne auch Papa oder als weitere, nicht ganz so beliebte Alternative Babysitter wie Oma…). Das alles ist im Tragetuch am besten gegeben, denn ich merke so direkt wenn sie Hunger bekommt oder kacken muss und wo ist es geschützter als ganz eng an Mama angekuschelt? Und das fast reflexartige Einschlafen zeigt ja ganz eindeutig, dass sie sich wohlfühlt.

Teilweise kam auch die Frage, ob der Rücken des Babys nicht davon Schaden nehme – eher im Gegenteil! Aber bevor ich hier noch weiter aushole, empfehle ich lieber ein tolles Buch zu diesem Thema: Ein Baby will getragen sein von Evelin Kirkilionis. Die Dame hat sich wissenschaftlich mit den Vorteilen des Tragens sowie der Entwicklung des Menschen befasst und sie in schön zu lesender Form veröffentlicht.

Am meisten Kritik kam übrigens von älteren Damen. Natürlich ist sie nicht 24 h am Tag im Tuch oder auf dem Arm. Aber wenn sie nach Körpernähe fragt, bekommt sie sie. Das war am Anfang gaaaaaanz oft der Fall, und so war sie gaaaaaanz oft auf meinem Arm oder im Tuch. Meine Meinung: am Anfang dürfte sie sich nur mit Körpernähe sicher gefühlt haben und musste erst lernen, dass ihr nichts passiert wenn sie mal alleine wach abgelegt wird. Inzwischen liegt sie auch gerne mal länger in der Wiege oder im Bettchen und schaut sich die Welt an – weil sie inzwischen weiß, dass ihr nichts passiert und sie trotzdem auf uns bauen kann. Diese Erfahrung musste sie aber erst machen und das Vertrauen aufbauen.

2. Windeln

Fragt mich nicht, wie ich damals auf das Thema kam, aber ich habe mich noch während der Schwangerschaft dazu entschieden, mit Stoffwindeln zu wickeln. Dafür gibt es mehrere Gründe, etwa dass die Plastikwindeln ewig als Müllberg irgendwo rumliegen werden, dass es in meinen Augen keinen großen Mehraufwand bedeutet, die Windeln mitzuwaschen, wir haben so weniger laufende Kosten und die Stoffwindeln schauen einfach viel besser aus ;) .

Wir haben uns für die Pop-ins von Close Parents entschieden, da diese einfach zu wickeln sind (fast wie Pampers und Konsorten). Das war dem Männe wichtig. Sie sind außerdem richtig schön bunt und wir haben auch noch welche von der Sonderedition mit Äffchen, Schildkröten und Eulen drauf. Jetzt fehlen mir nur noch Babylegs (Stulpen die übers ganze Beinchen gehen), damit die Windeln auch bei kühlerem Wetter noch schön zur Geltung kommen können. Mal schauen, ob ich heute noch zum nähen komme…

Allerdings haben wir nicht ganz auf WWW (Wegwerfwindeln) verzichtet, sondern jetzt aufgrund eines böse wunden Popos sogar versuchsweise nur solche benutzt. Die haben halt den Vorteil, dass man dank Indikatorstreifen (trocken ist der gelb, nass wird er blau) gleich sieht, ob was in der Windel ist. Funktioniert sogar durch weiße Bodies ;) Außerdem ist es unterwegs einfacher, die volle Windel wegzuschmeißen, anstatt sie einzupacken und nass mit nach Hause zu nehmen. Zudem bevorzugt mein innerer Schweinehund in der Autoschale das dünne WW-Windelpaket, weil ich beim dickeren Stoffwindel-Popo die Gurte weiter machen muss.

Dafür mag unsere kleine Maus windelfrei. Sie verrichtet ihr Geschäft von Anfang an einfach lieber ohne einengende Windel, egal welcher Art. Sie zeigt auch recht deutlich durch ihren Gesichtsausdruck wenn sie muss. Nachdem ich so einige Windeln nur frisch untergelegt (nicht einmal zugemacht ehe sie voll waren) und dann weg bzw. in die Wäsche geschmissen habe, habe ich mich doch mit windelfrei auseinandergesetzt. Das war ursprünglich gar nicht geplant.

Bei windelfrei dürfen schon die kleinen Babys ins Töpfchen machen. Ich habe dafür anfangs eine aussortierte (weil fälschlicherweise in der Mikro gelandete und seitdem innen kaputte) Tupperschüssel verwendet, aber es geht auch gleich ins Klo, übers Waschbecken oder in eine aussortierte Schüssel. In letzter Zeit hatte ich das kaum gemacht, aber heute mal wieder aufgenommen als sie sich recht gequält hatte. Mein Eindruck ist, dass unser Mäuschen sich so leichter tut. Zum einen wegen der anderen Haltung wenn ich sie drüber halte, zum anderen, weil weniger auf der Haut bleibt. Gerade bei Durchfall-ähnlichem Stuhl dürfte das eine ziemliche Wohltat sein. Das ist allerdings „unser Ding“, da der Papa damit so gar nichts anfangen kann. Beim wickeln an sich ist er aber ganz toll mit dabei!

Wie sieht es denn bei Euch aus? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?